Klimarätsel

Was reist um die ganze Welt und besucht dabei keine einzige Sehenswürdigkeit?

Unsere T-Shirts! Die machen oft eine Weltreise, bevor sie in unseren Läden liegen. Vom Baumwollanbau an der Elfenbeinküste, über die Verspinnung zu Garn in der Türkei, zum Verweben in Taiwan, anschliessend der Bedruck in Frankreich, das Vernähen in Rumänien und noch die Reise zu den Schweizer Läden.

 

Unser Klimatipp:

Schauen Sie auch bei Ihren Kleidern woher sie kommen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt wurden. Zwei Ratgeber können Ihnen dabei behilflich sein: Der WWF stellt mit dem Ratgeber “Non Food Label” diejenigen Label vor, die auch halten, was sie versprechen. Und EvB deckt mit der Broschüre “Fair Fashion” Modehäuser auf, welche fair produzierte Kleider anbieten.

Woche 42

Mottenaugen als technologisches Vorbild! Wie ist das möglich?

Motten finden in der Dämmerung Nahrung und erkennen Fressfeinde, ohne sich dabei selbst durch einen Reflex auf ihren Facettenaugen zu verraten. Diesen evolutionären Vorteil haben die kleinen Nachtfalter dem periodischen Muster auf ihren Augen zu verdanken: Nanoskopisch kleine, säulenförmige Ausstülpungen, kleiner als die Wellenlänge des Lichts, bilden diese Struktur und sorgen für einen kontinuierlichen Übergang zwischen den Brechungsindices der Luft und der Hornhaut – die Spiegelung von Licht wird reduziert und die Motte bleibt unentdeckt. Sehen, ohne selbst gesehen zu werden!
Die so hergestellten Flächen nutzen dabei das Licht ohne dieses zu reduzieren. Dieses Prinzip findet man auch bei Solarzellen: Sie sind so aufgebaut, dass das Licht durch die Struktur und Farbe des Materials optimal genutzt werden kann und so einen maximale Umwandlung von Licht in Energie gewährleistet ist.

 

Unser Klimatipp:

Fördern Sie die Energieeffizienz und nutzen sie die Energie maximal – aber nur dort, wo es Sinn ergibt. Schalten sie Elektrogeräte und Wasser ab, wenn sie es nicht brauchen. Und nutzen sie erneuerbare Energien.

Woche 41

Wie schafft es ein Pinguin, bei minus 40°C seine Körpertemeratur auf plus 39°C zu halten?

Der Pinguin hat eine hervorragende Wärmeisolierung – diese beruht auf seinem Federkleid und dem unter der Haut liegenden Fettgewebe. Ein dichtes Federkleid bedeckt den ganzen Körper. Der Daunenanteil bildet darunter ein wasserdichtes Unterkleid, das eine isolierende Luftschicht direkt über der Haut festhält und damit zur Erhaltung der Körperwärme beiträgt. An Land kann der Pinguin durch Aufrichtung der Federn die Isolationswirkung noch verstärken. Bei Windstille ist die Oberfläche des Pinguins nicht wärmer als die Luft – so kann z. B. der Schnee, der einen brütenden Pinguin bedeckt, nicht schmelzen. Bei sehr eisigen Temperaturen bewegt sich der Pinguin manchmal ziemlich heftig, schlägt mit den Flügeln oder zittert sogar, um den Stoffwechsel und damit die Wärmeproduktion zu erhöhen.

Unser Klimatipp:

Sie müssen sich nicht gerade Warm-Zittern um sich zuhause wohlzufühlen. Mit einer Reduktion der Raumtemeratur in Ihrer Wohnung um 1 °C (Wohnräume 20 °C, Schlafzimmer 16 °C) sparen Sie jedoch mindestens 4 % an Heizkosten und 240 kg CO2 pro Jahr. Eine zusätzliche Senkung der Nachttemperatur auf 15 bis 16°C reduziert den CO2-Ausstoss um weitere 200 kg.

Woche 40

Was hat Max mit der Knospe am Hut?

Sowohl Max Havelaar wie auch die Bio-Knospe zeichnen Produkte aus, deren Produktion strenge Umweltauflagen und Sozialbedingungen erfüllen. Achten Sie beim Einkauf auf umweltgerechte Produktion, energiearmen Betrieb und faire Sozialbedingungen. Dafür gibt es die verschiedenen Labels wie: Bio-Knospe, Max Havelaar, Fidelio, FSC, MSC, Energieetikette, gebana, Demeter, Claro fair trade, Coop Naturaplan, Engagement Bio (Migros).

 

Unser Klimatipp:

Seien Sie bereit für gesund produzierte und fair gehandelte Güter einen etwas höheren Preis zu bezahlen.

Woche 39

Was hat der Erdumfang mit meiner Jeans zu tun?

Um 1 kg Baumwollfasern zu produzieren, werden zwischen 7’000 und 20’000 Liter Wasser benötigt. In Gebieten mit besonders verschwenderischen Systemen der Oberflächenbewässerung werden sogar bis zu 30’000 Liter Wasser pro Kilogramm geernteter Baumwollfaser eingesetzt. Auf der weltweit vorhandenen Baumwollbewässerungsfläche wird nahezu soviel Wasser verbraucht wie von allen Privathaushalten zusammen. (Quelle:helvetas.ch)

Am Ladentisch angelangt, hat eine Jeans im Durchschnitt bereits mehr als 50’000 km zurückgelegt und sich dabei sehr negativ auf unser weltweites Ökosystem ausgewirkt: Auf den Tausenden von Transportkilometern werden viel Erdöl verbraucht und grosse Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre eingebracht. Die Baumwollplantagen benötigen gewaltige Mengen Wasser für die Bewässerung und viele Chemikalien, die zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden, gelangen in die Böden, in das Grundwasser und in die Luft. Die Flüsse nahe der Färbereien sind tote Flüsse, weil dort die überschüssigen und ausgewaschenen Reste der giftigen Farbstoffe eingeleitet werden. Neben den Umweltverschmutzungen hat die Jeansherstellung auch negative Konsequenzen für die Arbeiter, meist Frauen und Kinder: Viele erkranken aufgrund der ungesunden Arbeitsbedingungen.
Mit der grauen Energie, die in einer Jeans steckt, kann man 475 Liter Wasser zum Kochen bringen, also 1,3 Jahre lang jeden Morgen einen Liter Teewasser zubereiten.

 

Unser Klimatipp:

Überdenken Sie den Kleiderkauf. Flicken Sie Ihre Kleider. Statt sie fortzuwerfen, bringen Sie Ihre Kleider in einen Secondhand-Laden oder zur Kleidersammelstelle. Kaufen Sie bei Kleidung möglichst keine billige Importware. Bevorzugen Sie gut verarbeitete, dauerhafte Kleider aus Naturmaterialien wie Wolle, Baumwolle oder Leinen, am besten aus einer Öko-Kollektion.

Woche 38

Was hat Luft mit Grauer Energie zu tun?

Es ist uns kaum bewusst, – weil unsichtbar – doch Luft und Graue Energie sind überall.

Ein Produkt hat, bis es in Ihren Besitz kommt, bereits eine vielseitige Lebensgeschichte hinter sich. Rohstoffe wurden verbraucht, Energie für Herstellung und Transporte wurde benötigt, und bei jedem Produktionsschritt entstanden Abfall, Abluft und Abwasser. Für die Herstellung und Entsorgung jedes Produktes und für die Bereitstellung jeder Dienstleistung muss Energie aufgewendet werden.
Im Gegensatz zur Energie, die wir aus der Steckdose, an der Tankstelle oder vom Heizölhändler beziehen, ist die Graue Energie versteckte Energie. In einem Durchschnittshaushalt werden 2/3 des gesamten Energieverbrauchs in Form von grauer Energie konsumiert. Der direkte Energieverbrauch in Form von Elektrizität aus der Steckdose und Öl (bzw. Gas, Holz usw.) für die Heizung macht durchschnittlich nur 1/3 unseres Energieverbrauches aus.

 

Unser Klimatipp:

Steigern Sie Ihre Konsumeffizienz. Nicht schnell kaufen, kurz freuen und gleich wieder wegpacken, sondern sehnlichst wünschen, sorgfältig auswählen und dann lange freuen. Je länger wir ein Produkt nutzen, desto besser ist die graue Energie genutzt. Die Lebensdauer unserer Produkte spielt folglich eine zentrale Rolle. Mit unserem Konsumverhalten und dem Umgang mit Gütern nehmen wir darauf massgebend Einfluss. Also ab ins Brockenhaus statt ins Möbelhaus oder in die Kehrichtverbrennung.

Woche 37

Wie viele Socken könnten mit dem Stromverbrauch Ihres Backofens gewaschen werden?

Der Backofen ist im Vergleich zum Kochherd ein Energieverschwender. Die Zubereitung eines Gerichtes im Backofen braucht etwa doppelt so viel Strom wie in der Pfanne. Ein Backofen verbraucht bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von 15 Jahren rund 2250 kWh Strom. Dies entspricht 500 durchschnittlichen Waschgängen in ihrem Haushalt.

Unser Klimatipp:

In den meisten Fällen ist es unnötig den Backofen vorzuheizen, ausser bei Eiweisshaltigem wie Biskuits oder Soufflés und bei allen Braten. Heissluft-Backöfen müssen nicht vorgeheizt werden. Beträgt die Backzeit mehr als 40 Minuten, können Sie den Backofen 10 Minuten früher abstellen. Lassen Sie die Backofentür beim Backen geschlossen und kontrollieren Sie den Zustand der Dichtungen. Gefrorene Speisen sind ihnen dankbar, wenn sie schonend im Kühlschrank aufgetaut werden und nicht im Backofen.